KI-Advanced

KI-Advanced für Führungskräfte

Einzelne nutzen es bereits. Der schwierige Schritt ist der zur gemeinsamen Praxis — mit Vorgaben, die niemand umgeht, und einer geklärten Verantwortung.

Ausgangslage

Von einzelnen Anwendern zur Arbeitsweise des Teams.

In vielen Bereichen ist der Anfang längst gemacht, allerdings ungleichmässig. Zwei oder drei Personen arbeiten routiniert damit, ein Teil probiert gelegentlich, der Rest hält sich heraus. Nach aussen wirkt das wie Fortschritt. Tatsächlich entstehen dabei parallele Arbeitsweisen, die niemand abgestimmt hat und deren Ergebnisse unterschiedlich zustande kommen.

Das wird spätestens dann sichtbar, wenn Arbeiten zwischen Personen wandern. Ein Dokument sieht anders aus, je nachdem, wer es erstellt hat; eine Einschätzung beruht auf einem Vorgehen, das die nächste Person nicht kennt; und niemand kann sagen, welche Teile eines Ergebnisses geprüft wurden. Die Führungsaufgabe verschiebt sich hier vom Ermöglichen zum Ordnen.

Dieser Aufbaukurs richtet sich an Führungskräfte, die diesen Punkt erreicht haben. Er knüpft an den KI-Starter für Führungskräfte an, wiederholt ihn aber nicht.

Im Kurs

Vorgaben, die den Alltag überstehen.

Wir beginnen bei den Vorgaben, weil dort am meisten Aufwand verpufft. Eine Regelung, die verlangt, dass vor jeder Nutzung etwas geprüft, dokumentiert oder freigegeben wird, hält so lange, bis es eilig wird — und dann wird sie stillschweigend umgangen. Wir arbeiten deshalb an Vorgaben, die an Situationen anknüpfen statt an Vorsätze: Woran erkennt jemand im konkreten Moment, dass dieser Fall nicht in ein Werkzeug gehört, und was ist dann der nächste Schritt, der genauso schnell ist.

Der zweite Block betrifft das Führen bei ungleichem Stand. Die verbreitete Lösung, alle gemeinsam abzuholen, hat zwei Verlierer: Die Geübten schalten ab, die Zurückhaltenden fühlen sich vorgeführt. Wir gehen Vorgehen durch, die den Abstand nutzen statt ihn einzuebnen — etwa indem Geübte klar umrissene Aufgaben übernehmen, ohne zur inoffiziellen Anlaufstelle für alles zu werden, und indem Zurückhaltende einen Einstieg über ihre eigene Fachaufgabe finden statt über das Werkzeug.

Der dritte Block ist die Verantwortungsfrage, und sie ist der Grund, warum viele Einführungen stocken. Wenn ein Ergebnis falsch war und jemand danach gehandelt hat, steht die Frage im Raum, wer das trägt: die Person, die es übernommen hat, die Führung, die es erlaubt hat, oder der Betrieb, der das Werkzeug bereitgestellt hat. Wir klären das nicht juristisch, sondern betrieblich — vorher, in Form einer Zuordnung, die vor dem Ereignis festgehalten wird. Ohne diese Zuordnung entscheidet im Ernstfall die Dynamik des Moments, und das geht selten gut aus.

Der vierte Block betrifft die Auswahl der Anwendungsfälle: Wann ist etwas den Aufwand wert. Wir gehen die Kriterien durch, die dafür wirklich zählen — Häufigkeit, Gleichförmigkeit, Aufwand der Nachkontrolle, Folgen eines unentdeckten Fehlers — und schauen an, warum die spektakulären Ideen fast immer schlechter abschneiden als die langweiligen.

Zuletzt die Messung. Die naheliegenden Kennzahlen führen hier regelmässig in die Irre: Nutzungszahlen belohnen Beschäftigung statt Ergebnis, gerechnete Zeitersparnis beruht auf geschätzten Ausgangswerten, und Zufriedenheitswerte messen die Stimmung gegenüber der Einführung, nicht deren Wirkung. Wir erarbeiten, was sich stattdessen beobachten lässt.

Danach

Entscheidungen, die sich begründen lassen.

Sie verlassen den Kurs mit einer Vorgabe im Entwurf, die auf Ihren Bereich zugeschnitten ist und die sich einem Team vorlegen lässt, ohne dass es beim Vorlesen bereits unruhig wird. Entscheidend ist dabei weniger der Inhalt als die Herleitung: Wer erklären kann, warum eine Einschränkung besteht, muss sie nicht durchsetzen.

Zweitens ist die Zuständigkeit im Fehlerfall geklärt, und zwar bevor der erste Fall eintritt. Das nimmt aus der Nutzung eine Nervosität heraus, die man im Alltag selten benennt, die aber Entscheidungen verzögert.

Drittens haben Sie eine Beurteilungsgrundlage für die nächste Idee, die an Sie herangetragen wird. Das ist im Tagesgeschäft der häufigste Fall: Jemand schlägt einen Einsatz vor, und die Frage ist nicht, ob es geht, sondern ob es sich lohnt.

Voraussetzungen

Wann dieser Schritt ansteht.

Es muss in Ihrem Bereich bereits gearbeitet werden. Nicht flächendeckend, aber sichtbar genug, dass es Beispiele gibt: Ergebnisse, die gut waren, Ergebnisse, die knapp danebenlagen, und mindestens eine Situation, in der jemand unsicher war, ob etwas erlaubt ist.

Sie brauchen ausserdem Entscheidungsspielraum. Wer eine Vorgabe nur weitergeben, aber nicht mitgestalten darf, kommt im Kurs an einen Punkt, an dem die Arbeit nicht mehr in die eigene Zuständigkeit fällt. In solchen Fällen ist es sinnvoller, die übergeordnete Ebene einzubeziehen.

Hilfreich ist eigene Bedienerfahrung, sie ist aber keine Bedingung. Wer selbst nie damit arbeitet, sollte vorher einmal eine echte Aufgabe damit durchgespielt haben — nicht der Fertigkeit wegen, sondern um mitreden zu können, wenn das Team über Schwierigkeiten spricht.

Grenzen

Was offen bleibt.

Wir erstellen keine rechtsverbindlichen Dokumente. Was hier entsteht, ist eine betriebliche Vorgabe, kein geprüftes Reglement; die Beurteilung nach Datenschutz-, Arbeits- und Vertragsrecht bleibt bei den dafür zuständigen Stellen. Wir liefern die Fragen, die Sie dorthin mitnehmen sollten.

Wir übernehmen auch die Einführung nicht. Der Kurs bereitet Sie darauf vor, sie zu führen; er kann Ihnen die Gespräche im eigenen Bereich nicht abnehmen, und genau an diesen Gesprächen entscheidet sich die Sache.

Und er löst kein grundsätzliches Vertrauensproblem. Wo ein Team der Führung generell misstraut, wird eine Vorgabe zu KI zum Stellvertreterkonflikt. Das ist erkennbar und benennbar, aber nicht in einer Schulung zu beheben — dann ist eine vorgelagerte Analyse der ehrlichere Weg.

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FAQ

Fragen aus der Führungspraxis

Muss eine solche Regelung mit der Personalvertretung abgestimmt werden?
Sobald eine Vorgabe die Arbeitsweise verbindlich verändert oder eine Auswertung individueller Nutzung ermöglicht, ist eine Beteiligung angezeigt, unabhängig davon, ob eine formale Pflicht besteht. Wir raten dazu, die Mitwirkung früh zu suchen und nicht als Genehmigung am Schluss: Eine Regelung, die ohne Beteiligung entstanden ist, wird als Kontrollinstrument gelesen, auch wenn sie keines ist. Die rechtliche Beurteilung bleibt bei Ihrer Rechtsberatung.
Was tun wir, wenn eine Schlüsselperson das Thema grundsätzlich ablehnt?
Zuerst die Ablehnung ernst nehmen und ihren Grund klären: Häufig steckt dahinter die Sorge, dass eine über Jahre erarbeitete Fachkompetenz entwertet wird. Diese Sorge lässt sich nicht durch Argumente ausräumen, sondern nur durch eine Rolle, in der genau diese Kompetenz gebraucht wird — etwa bei der Beurteilung von Ergebnissen. Bleibt die Ablehnung bestehen, gehört sie offen benannt und der Bereich so zugeschnitten, dass die Arbeit nicht an einer einzelnen Person hängt.
Wie gehen wir mit Ergebnissen um, die an Kunden gegangen sind und sich später als falsch erweisen?
Behandeln Sie diese Fälle wie jeden anderen Fehler in der Leistungserbringung, mit denselben Meldewegen und derselben Korrektur gegenüber dem Kunden. Wichtig ist, was intern folgt: Wird der Fall als individuelles Versagen abgelegt, meldet beim nächsten Mal niemand mehr etwas. Wir zeigen, wie sich solche Fälle so aufarbeiten lassen, dass daraus eine Anpassung der Vorgabe entsteht statt einer Personalfrage.
Unsere Geschäftsleitung verlangt eine Zahl. Was liefern wir, ohne etwas zu erfinden?
Liefern Sie Beobachtungen statt einer Kennzahl: welche Aufgaben heute anders erledigt werden als vor der Einführung, wo Wartezeiten entfallen sind, welche Anfragen nicht mehr eskalieren. Das ist belastbarer als eine gerechnete Ersparnis, die auf geschätzten Ausgangswerten beruht. Wir bereiten im Kurs eine Darstellungsform vor, die einer Geschäftsleitung standhält, ohne eine Genauigkeit vorzutäuschen, die nicht vorhanden ist.

Wer trägt es, wenn ein Ergebnis falsch war?

Diese Frage lässt sich vorher klären. Nachher wird sie zur Personalfrage.

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